A U G E N B L I C K E - Ausstellung

 

Menschen in fremden Ländern zu fotografieren hat für mich einen besonderen Reiz. Das diese Begegnungen nur wenige Augenblicke dauern können ergibt sich jeweils aus der konkreten Situation. Das Bedeutet in wenigen Minuten persönliche Nähe herstellen und gleichzeitig die gebührende Distanz zu wahren ist dann die Herausforderung. Aber ich denke dies ist ein Weg zu Fotografien, die eine Geschichte erzählen und damit vielleicht mehr zeigen als nur das Abbild eines Menschen.

 

So werde ich bei meiner Ausstellung eine Auswahl an Fotografien präsentieren die in Ägypten, Deutschland, England, Tansania und Thailand entstanden sind. Dazu gehören jeweils ein Bild der Sängerin Monella Caspary, des Straßenmusikers „Jack“, eine männliche Schönheitskönigin aus Thailand und weitere sicher spannende Motive.

 

Vernissage und Vortrag "Bildergeschichten" am 21. September 2019 um 18.00 Uhr

Artcafe MACONDO, Strackgasse 16 in 61440 Oberursel.

 

B I L D E R G E S C H I C H T E N

 Monella Caspar

ist die weibliche Hälfte des Show-Duos „Schwarzblond“ aus Berlin. Drei Wochen lang gestalteten Monella und ihr Partner Benny Hiller auf der MS Artania faszinierende Abenshows. Sie waren für mich täglich liebe Kollegen, mit denen man sehr gerne seine Zeit verbrachte.

Monella Caspar lebte einige Jahre in Italien, absolvierte in Rom eine Modeschule und machte sich einen Namen als Modedesignerin für Filmregisseure und Schauspieler. Sie arbeitete u.a. für Fellini – er nannte sie die junge Guiletta Massina – für Romy Haag Katharina Thalbach, und Nastassja Kinski.

In der ZDF-Serie Mona-Lisa wurde einmal ein Portrait über sie gesendet, das sie wie folgt beschrieb: "Erstaunlich ist die Wandel-barkeit dieses zierlichen Energiebündels. Sie hat genau das was man Ausstrahlung nennt. Als Wesen mal Elfe, mal Göre, bezaubert sie als blonder Teil von Schwarzblond bei ihren vielumjubelten Auftritten das Publikum.“

 

JACK

nannte er sich, als ich ihn wegen eines Fotos ansprach. „I am Jack from Australia“ betonte er. Nein, mit seiner Musik meist Rockklassiker der alten Meister aus den 60- 70 Jahren, hatte er selbst hier in der Khao San Road keine Chance mehr zu einem einigermaßen auskömmlichen Leben zu gelangen.

 

„Khao San“, 400 m Straße, aber auch ein ganzes Viertel im Stadteil Banglumpoo in Bangkok. In den achtziger und neunziger Jahren war die Khao San ein legendärer Treffpunkt für Traveller aus der ganzen Welt . Die Rucksackreisenden machten sich von hier aus auf den Weg zu ihren vielfältigen Zielen in Thailand. Einige Urlaubstage, ganz im Sinne von „Sex, Drugs and Rockn Roll“ waren für viele junge Menschen dann der richtige Einstieg in ein märchenhaftes Thailanderlebnis. Für einige jedoch wurde der Kick, der die Welt der Khao San ihnen vermittelte zum Verhängnis und sie fanden wie Jack nie mehr heraus.

 

Vierzehn Mal war ich in Thailand, teilweise auch aus beruflichen Gründen. Und bei allen meinen Reisen waren einige Tage in der Khao San Road zu Beginn und am Ende meines Aufenthalts selbstverständlich. Natürlich hat sich diese Welt, die mit den Hippes begann, im Laufe der Jahre entscheidend gewandelt. Heute prägt der moderne Massentourismus der Reisveranstalter das Bild dieser Straße und wer die Khao San aus den achtziger Jahren kannte, wendet sich mit einem tiefen Seufzer des Entsetzens ab.

 

 

 

Schönheitskönigin

Im Jahre 2009 war die schönste Frau Thailands ein Mann. Vor 15 Millionen Fernsehzuschauern wurde Sorrawee Nattee, einst als Mann geboren, zur schönsten Frau des Landes gewählt.

Schönheitswettbewerbe haben in Thailand eine lange Tradition und finden auch an den entlegensten Orten statt. Das Bild fotografierte ich dem kleinen Dorf NongKong Si im Isaan. In einem Frisörsalon bereiteten sich die Damen und Herren intensiv, das heißt mit unzähligen Schminktöpfen und riesigen Schwaden von weißem Puder, auf ihre Teilnahme an einem Schönheitswettbewerb vor.

Katoeys, so werden Transsexuelle in Thailand bezeichnet, scheinen in diesem derart gläubigen und konservativen Land gut integriert. Dass bereits in den ersten buddhistischen Niederschriften nicht zwei, sondern vier Geschlechter genannt würden: Männer, Frauen, Hermaphroditen und Katoeys – biologische Männer, die sich seit ihrer Kindheit als Frauen fühlen – benennt der Soziologe Richard Totman in seinem Buch "The third sex" als einen Grund.

 

Showtime auf der MS Astor

Auf fast allen Kreuzfahrtschiffen ist nach dem Dinner am Abend Showtime angesagt. Showtalente aus vielen Ländern der Welt gestalten dann den Abend mit ihren Programmen. Dass für viele der betagten Herrschaften die jungen Tänzerinnen begehrenswerte Fotomotive darstellen, versteht sich von selbst.

 

Istanbul im Aufbruch

Istanbul ist eine der schönste Städte der Welt. Dieser Eindruck bestätigte sich bei meinen zahlreichen Besuchen immer wieder aufs Neue. Auf einer Fahrt mit der historischen Straßenbahn, Linie T2 vom "Taksim Platz zum "Tünel Platz", faszinierte mich die Szenerie dieses hier gezeigten Bildes: Auf der einen Seite eine sehr persönlich verbundene Gruppe von drei jungen modernen Frauen, mit einem offenen Blick, der nach draußen ins Helle auf die Szenerie der Stadt gerichtet ist . Dagegen auf der anderen Seite zwei allein stehende ältere Männer, in sich gekehrt, nach unten schauend und sehr ernst.

 Ich denke diese Aufnahme hat große Symbolkraft für diese Stadt.


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